Email to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on LinkedIn

“A good recruiting process focuses and aligns recruiters to deliver the best to the organization. Ultimately, recruiting really should be viewed as a business partner, someone who is critical to success of the business.” – Mathew Caldwell, Head of Talent, Instacart

Blog: Recruitment, Januar 2019, Lukas Höhn

Es finden revolutionäre Umwälzungen statt, die die Menschen in ein neues Zeitalter – die New World of Work – katapultieren und die auch schwerwiegenden Konsequenzen für die Arbeitswelt haben.  Es herrscht Fachkräftemangel in den technischen Berufen und es wird für Arbeitgeber immer schwieriger, Vakanzen im Engineering zu besetzen. Diesen Fachkräftemangel könnte man ganz einfach lindern durch Headhunter. Aber warum in aller Welt einen Personalberater einschalten, wenn doch bereits interne Recruiter beschäftigt werden?

 

Neue Rolle von Mitarbeitern

Mitarbeiter in Unternehmen sind nicht mehr bloße Arbeitskraft, sondern Dialogpartner mit Bedürfnissen, Potenzialen, Fähigkeiten – Intrapreneure. Man muss umdenken: Hin zu Kreativität und Erneuerung, weg von Effizienz und Ertrag. Es braucht eine flexible Organisation in dezentralen Teams, anstatt Hierarchien und Controlling. Ein weiteres Stichwort in Bezug auf New World of Work sind das sogenannte Empowerment, also möglichst selbstbestimmtem Arbeiten und Agilität, d.h. sich wirklich selbst managen und die Umsetzung ihrer Aufgaben eigenverantwortlich steuern zu können. 

 

Wichtiger denn je – Recruiting und die Personalarbeit

Wie oben erwähnt werden Unternehmen zunehmend agiler und die Hierarchien werden abgebaut. Das ist auch von größter Wichtigkeit, denn die Märkte verändern sich rasant. Wer in den neuen Dynamiken bestehen und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen will, braucht kurze Entscheidungswege und Fachkräfte, die dementsprechend die neue Verantwortung übernehmen. Die Rolle von den Mitarbeitern, jedes Einzelnen, wird dadurch verändert und immer wichtiger – und damit auch die Personalarbeit und das Recruiting. Mitarbeitergewinnung und HR sind das A und O und müssen als strategische Priorität erkannt werden. Warum ist dem so? Ganz einfach: Markt- und Wettbewerbsumfelder wandeln sich heute so schnell wie nie zuvor. In Zeiten von Digitalisierung und Machine Learning entstehen über Nacht neue Geschäftsmodelle und der hohe Innovationsdruck verlangt Unternehmen immer schnellere Entscheidungen ab. Die Gremienentscheidungen (z.B. Vorstand) sind viel zu langsam, um Schritt zu halten mit neuen Wettbewerbern und rechtzeitig Innovationen zu entwickeln.

»Obviously, engaging and recruiting people are closer to you achieving your desired goal, but you can’t do that until you have found them in the first place. Sourcing and finding people is the most important. You can’t recruit, message, or network with someone you haven’t found.«  – Glen Cathey, SVP Talent Strategy and Innovation, Kforce

 

Rekordwerte für Fachkräftenachfrage

Nie war es so wichtig wie heute, die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Bisherige, alte fachliche Kompetenzen und Fähigkeiten sind zwar weiterhin von größter Wichtigkeit, aber andere Skills und Attribute rücken immer weiter in den Vordergrund. Und hier braucht man Fingerspitzengefühl:

  • Headhunter müssen geeignete Kandidaten finden und ermitteln welche Fachkraft mit welchen Eigenschaften am besten zur ausgeschriebenen Stelle passt. Die Beurteilung fachlicher und persönlicher Kompetenzen sind aufwändig und erfordern Fachwissen sowie Fingerspitzengefühl.
  • Dieser Prozess ist kein Selbstläufer: Es benötigt Zeit für die Sichtung nach Persönlichkeitsprofilen, führt persönliche Gespräche, gleicht Spezialisierungsgrade und Soft-Skills mit den Anforderungen in den technischen Berufen ab, mit dem Ziel, dass die vermittelten Ingenieure ihrem Unternehmen treu bleiben.
  • Stetig den Rekrutierungsprozess verbessern um Auswahlprozesse effizienter zu gestalten um u.a. Zeit und Kosten zu sparen

 

Mitarbeitersuche nie so schwierig wie heute

Allein in den letzten fünf Jahren ist die Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland um gut 30 Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Stellenausschreibungen für Spezialisten erreicht neue Rekordwerte. In vielen Unternehmen gibt es heute schon erfolgskritische Positionen, die nur mit Mühe besetzt werden können. Besonders solche Mitarbeiter werden händeringend gesucht, die die Digitalisierung in Unternehmen vorantreiben können. Als Beispiel möchte ich die Automobilbranche nennen, denn die dortige Nachfrage nach Ingenieuren im Bereich Elektrotechnik ist in den vergangenen drei Jahren um rund 30 Prozent gestiegen, während die Nachfrage nach Maschinenbauingenieuren im gleichen Zeitraum um gut 15 Prozent gesunken ist. Wichtige Zahl dabei: 20 Prozent der Stellen in Deutschland sind optimal besetzt, 80 Prozent der Bevölkerung sind hingegen nicht optimal eingesetzt auf dem jeweiligen Arbeitsplatz. 

Besonders diejenigen Fachkräfte und Managern mit sehr speziellen Skills, die schwer zu identifizieren sind müssen durch Headhunter gefunden werden. Der Headhunter mit entsprechender Expertise wird den Auswahlprozess zielführend durchführen.

Als guter Personalberater muss ich meinen Mandanten einen klaren Nutzen und Mehrwert bringen und vor allem eine Kern-Know-how besitzen und nach außen tragen.

Der Headhunter ist Partner des Unternehmens, nicht Konkurrent der eigenen Personalabteilung. Vor allem wenn es um die Besetzung von spezialisierten Fachstellen und Managementpositionen geht, stoßen eigene Personaler schnell an die Grenzen. Vor allem dann, wenn die gesuchten Spezialisten und Führungskräfte nur von anderen Unternehmen abzuwerben sind. Eigene HR-Mitarbeiter sind schon aus zeitlichen und fachlichen Gründen dafür meist jedoch nicht in der Lage.

 

Einschätzung: Wichtiger denn je: passende Mitarbeiter

Dem Thema Recruiting muss die allerhöchste Priorität einräumt werden, denn es ist DAS Erfolgsrezept für Unternehmen. Unternehmen wie Apple und Microsoft haben es vorgemacht – sie setzen auf hoch qualifizierte Wissensarbeiter, denn sie sind auf diese angewiesen. Doch auch in anderen Industrieunternehmen wird der einzelne Mitarbeiter wichtiger.

Nichtsdestotrotz gibt es immer noch einige Firmenchefs, die der Meinung sind, dass HR und Recruiting  eine nicht so hohe Relevanz für das eigene Unternehmen darstellen. Abteilungen wie der Einkauf oder Vertrieb sind in den meisten Unternehmen deutlich angesehener. Unternehmen sollten genau darüber nachdenken: Was wollen wir und wie soll das Unternehmen inhaltlich und personell aufgestellt sein? Wie können wir von diesen Möglichkeiten profitieren und diese nutzen? Das muss von oberster Ebene geschehen, denn natürlich hat dies Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell und die eigene Positionierung. Man sollte als Unternehmen direkt durchstarten, investieren und Kompetenzen aufbauen. Außerdem sollte man sich die richtigen Partner mit einem gewissen Know-how (u.a. KI, Digitalisierung, Big Data) suchen, denn diese Fragen hängen eng zusammen. Da hilft das Wissen eines Headhunters, der die Branche(n) kennt und über ein geeignetes Netzwerk verfügt.

Mitarbeitergewinnung und -bindung ist Top-Managementaufgabe. Das Top-Management muss eine positive Unternehmenskultur definieren, prägen und nachhaltig leben. Die Chefetage muss sich der Relevanz von Recruiting und HR bewusst sein und dazu bekennen, denn das ist überhaupt die Basis für erfolgreiche Rekrutierung. Ohne gute Mitarbeiter ist alles nichts. Als Headhunter stellt man nur Mitarbeiter ein, sondern sät auch die Saat seines Rufes aus. Rekrutierung sollte wirklich als Geschäftspartner betrachtet werden, der für den Erfolg des Unternehmens entscheidend ist.

Über ihre Meinungen oder ideenreiche Diskussionen sowie Kritik freue ich mich sehr!

Bis bald und herzliche Grüße aus Frankfurt!

Lukas Höhn

Senior Consultant
Engineering & Manufacturing

Morgan Philips Executive Search Germany

 

Email to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on LinkedIn

Es kann nicht mehr kommentiert werden.