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Start-ups

Blog: Start-ups, Ausgabe 1, Oktober 2018

Ist Deutschland der perfekte Standort für VC unterstützte Start-ups?

Von Elyas Bozan

Der Investitionsboom in Start-up Unternehmen durch Venture-Capital-Investoren hielt auch im ersten Halbjahr 2018 weiter an. Die Zahl der Unternehmen, die Risikokapital erhielten, befindet sich auf einem neuen Höchststand und das Deal Volumen ist weiterhin auf einem hohen Niveau, konnte aber im Vergleich zum Vorjahr nicht ganz mithalten. Dies ist aber für die Start-up-Szene kein Beinbruch, denn die Möglichkeiten und das Potential, das der Gründerstandort Deutschland besitzt, sind weiterhin gegeben und lässt positiv in die Zukunft blicken. Zumal die Zahlen im ersten Halbjahr 2018 nur andeuten, wohin die Reise im gesamten Jahr 2018 hingeht.

Spitzenreiter mit großem Abstand ist weiter der Vorzeigestandort Berlin – rund zwei Drittel des gesamten Investitionsvolumens gingen an Berliner Start-ups, gefolgt von Start-Ups aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Vergleicht man sogar die Zahlen von 2015 bis 2018, besonders die der Top-10-Unternehmen, so ist eine signifikante Steigerung des Investitions-kapitals und -volumens zu verzeichnen. Besonders hervorzuheben ist hier das Jahr 2017, wo das Deal Volumen im ersten Halbjahr des Jahres sprunghaft anstieg und deutsche Start-ups Rekordinvestitionen verzeichneten. Hier stiegt die Zahl als auch der Wert der VC-Investitionen drastisch an. Insgesamt ist festzustellen, dass sich die deutsche Start-up-Landschaft im stetigen Wandel befindet und einer starken Dynamik ausgesetzt ist. Diese starke Dynamik wird durch ambitionierte Jungunternehmer und deren neuen Geschäftsmodelle, bereits etablierten und erfolgreichen Start-ups und einer stabilen Investorenszene hervorgerufen.

 

Abb. 1 – Quelle: Start-up-Barometer Deutschland, Juli 2018, EY

Des Weiteren erhalten auch alternative Investitionsformen immer mehr Einzug in die Gründerszene, so zum Beispiel die sogenannten Corporate Venture Funds oder das Crowdfunding, das deutlich zunimmt, jedoch nicht für alle Bereiche der Start-up-Szene geeignet ist. Insgesamt ist jedoch zu beobachten, dass viele Start-ups Eigenfinanzierung und Kreditfinanzierung über eine Bank in Anspruch nehmen. Interessant ist dabei, dass sich immer mehr Start-ups dazu entscheiden, eine Mischfinanzierung zu den klassischen Finanzierungsformen hinzuzunehmen. VC wird aber, verglichen mit den oben genannten Finanzierungsformen, bisher erst wenig genutzt. Zum einen liegt das an dem Anspruch der Gründer, Eigenfinanzierung und -leistung einzubringen, zum anderen an der Beschränkung der möglichen Finanzierungsrahmen, so dass externe Investoren einbezogen werden müssen, es jedoch bei der Überzeugung der Kapitalgeber noch deutlich Luft nach oben gibt.

 

Abb. 2 – Quelle: Start-up-Barometer Deutschland, Januar 2018, EY

Gründe hierfür sind unter anderem eine zu kurzfristige Unternehmensplanung sowie das fehlende Verständnis für die Geschäftsideen durch Kreditfinanzierungen über eine Bank, Venture Capital von anderen Unternehmen oder auch Venture Capital über Privat-Equity-Unternehmen. In Hinblick auf die verzeichneten Deals und Höhe der VC-Investitionen ist festzustellen, dass E-Commerce Unternehmen unangefochten an erster Stelle stehen, gefolgt von Unternehmen aus den Sektoren FinTech, Health, Software & Analytics und Media & Entertainment. 

 

 

Elyas Bozan

Managing Director Germany

Morgan Philips Group

ebozan@morganphilips.com

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